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Der Destillateur: „De Both is joot“

SeniorenZentrum Maranatha Der Destillateur: „De Both is joot“

Heute erfahren wir Interessantes aus dem Leben von Herrn Jeschke, seines Zeichens geprüfter Destillateur-Meister. Geboren wurde Herr Jeschke am 14.11.1929 in Oberschlesien. Noch in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurde er für das Fernmeldeamt an der Ostfront eingezogen. Dort geriet er nach Ende des Krieges in russische Gefangenschaft. Dann geschah regelrecht ein „Wunder“, er wurde aufgrund seines jungen Alters aus der Gefangenschaft entlassen und zu seiner Familie, die inzwischen nach Nordheim geflohen war, geschickt. Er arbeitete in verschiedenen Berufen und landete schließlich als Destillateur bei der Weinhandlung Both am Kanonenwall in Ahrweiler, wo auch Weizen, Roggen, Hafer und Gerste zu Korn gebrannt wurden. Als Laie vom Bodensee (einer Gegend, die für Obstbrände bekannt ist), frage ich natürlich sofort: Wie brennt man Getreide?

Herr Jeschke kann diesen Vorgang ausführlich erklären: Das Getreide wird gemahlen und unter Zugabe von Wasser im sogenannten großen Dämpfer mit Druck zu Maische verarbeitet. Dadurch wird Zucker freigesetzt, der mit Hefe zu Ethanol/Alkohol vergärt. Anschließend wird der „Korn“ mittels Destillation solange gereinigt und verdünnt, bis er den gewünschten Alkoholgehalt hat. Monatlich wurden zu jener Zeit zwischen 28.000 und 32.000 Flaschen abgefüllt. Beliebt waren „Altgold“, „Royal“ oder der edle Weinbrand „Grand Both“ sowie ein beliebter Kräuterlikör. In der Brennerei lernte Herr Jeschke seine spätere Ehefrau kennen, die ebenfalls dort arbeitete. Sie bekamen zusammen zwei Kinder. Als 1961 die Firma Both nach Goch umzog, wechselte Herr Jeschke zur Firma Underberg, die mehrere Brennereien im Ahrtal erwarb und zusammenlegte. Dort absolvierte er seine Meisterprüfung und blieb bis zur Rente im Jahr 1989. Wir freuen uns, dass Herr Jeschke jetzt bei uns in Haus 1 / Ahrtal lebt, bald gemeinsam mit seiner Frau.

Gabi Kruse (Betreuungsteam)