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Qualitätssiegelvergabe des „mre-netz regio rhein-ahr“

Schon heute und auch in der Zukunft stellen multiresistente Erreger (MRE) eine der größten Herausforderungen im Gesundheitsbereich dar. Zur Sicherheit der Patienten, aber auch zur Vermeidung von erheblichen Mehrausgaben im Gesundheitssystem, kommt der Prävention sowie der Eindämmung multiresistenter Erreger eine entscheidende Bedeutung zu. Um diesem vor allem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zunehmenden Problem wirksam entgegen zu treten, wurde vor fast sechs Jahren ein Bundesländer übergreifendes Netzwerk, das „mre-netz regio rhein-ahr“, gegründet. Ziel ist es, wissenschaftliche Präventionsempfehlungen in allen Kliniken und Pflegeeinrichtungen der beteiligten Kommunen zu implementieren und die konsequente Umsetzung im Rahmen eines infektionshygienischen Managements zu koordinieren.

Qualitätssiegel für das Seniorenzentrum Maranatha.

Erstmalig wurde in diesem Jahr das entsprechende Qualitätssiegel auch an Alten- und Pflegeheime verliehen..Foto: FIX


14 Einrichtungen des Kreises Ahrweiler ausgezeichnet


Insgesamt 14 Einrichtungen des Kreises Ahrweiler haben sich dem „mre-netz regio rhein-ahr“ angeschlossen und wurden jetzt von Landrat Dr. Jürgen Pföhler für ihr besonderes Engagement im Kampf gegen Klinik-Infektionen ausgezeichnet. Im November 2013 vergab das MRE-Netzwerk erstmals ein Siegel als Auszeichnung für eine qualitativ hochwertige Versorgung an vier Kliniken des Kreises Ahrweiler. Erstmalig wurde in diesem Jahr das entsprechende Qualitätssiegel auch an Alten- und Pflegeheime verliehen. Auch das Seniorenzentrum Maranatha unterzog sich auf freiwilliger Basis der eingehenden Überprüfung durch das MRE-Netzwerk und das Gesundheitsamt. „Mit diesem wertvollen Beitrag zur Umsetzung moderner Hygienekriterien im Gesundheits- und Pflegebereich zeigen Sie nicht nur besonderes Engagement und vorbildlichen Einsatz. Sie setzen auch Zeichen: Höchste hygienische Qualitätsstandards sichern das Vertrauen der kranken und pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen in die Einrichtungen. Darüber hinaus stärken Sie auch den überregional guten Ruf unserer Kliniken und Pflegeeinrichtungen der Gesundheits- und Fitnessregion Kreis Ahrweiler“, betonte Landrat Dr. Jürgen Pföhler in seinem Grußwort und wünschte allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg beim Einsatz für das gemeinsame Ziel: Die bestmögliche Versorgung in Wohnortnähe für alle kranken und pflegebedürftigen Menschen in der Region.


Gefahr durch „stille Seuchen“


In seinem anschließenden Vortrag bot Professor Martin Exner, Leiter des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn, einen interessanten Einblick in die Welt der multiresistenten Erreger und deren Einfluss auf das Gesundheitswesen. „Heute sind nicht mehr Pocken oder Cholera die große Gefahr, sondern „stille Seuchen“ in Form von Infektionen – ein auch ökonomisch hochbrisantes Thema“, so Professor Exner. Während die bekannten MRSA-Infektionen rückläufig seien, habe man heute und in Zukunft die so genannten Gram-Negativen Erreger sowie Carbapenem-resistente Bakterien im Fokus. „Die moderne Medizin steht und fällt mit guten Antibiotika“, betonte Professor Exner und bezifferte die Kosten für die Neuentwicklung eines einzigen Antibiotika auf durchschnittlich 1,6 Milliarden Euro. Die Gründe für das Entstehen der multiresistenten Erreger sind vielfältig. Unter anderem wurden der über Jahrzehnte intensive Antibiotika-Einsatz in der Human- und Veterinärmedizin, der internationale Reiseverkehr und die in vielen Ländern äußerst ungünstigen, sanitären Verhältnisse genannt. So ist davon auszugehen, dass antibiotikaresistente Erreger bis zum Jahr 2025 andauernd und gehäuft auftreten werden. Als besonders gefährdete Personen gelten alte Menschen, Frühgeborene und mehrfach erkrankte Personen.


Erreger auf vielfältige Weise bekämpfen


Zur Bekämpfung der Erreger sei unter anderem auch ein professionelles Ausbruchsmanagement und gut ausgebildetes Pflegepersonal notwendig. Dem stehe in Deutschland jedoch ein sehr niedriger Pflegeschlüssel gegenüber. Selbstverständlich gehöre auch eine Verringerung des allgemeinen Antibiotikaeinsatzes sowie die weltweite Verbesserung der hygienischen Bedingungen zu den absolut notwendigen Maßnahmen. Herausforderungen, die laut Professor Exner nur durch gemeinsames Handeln aller Beteiligten zu lösen sind. Dann ging Dr. Claudia Rösing, die als Mitarbeiterin des Institutes für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universitätsmedizin Bonn ebenfalls für das MRE-Netz tätig ist, explizit auf die Ergebnisse des Auditierungsprozesses der teilnehmenden Kliniken und Pflegeeinrichtungen des Kreises Ahrweiler ein. Hier wurden bei den Krankenhäusern im Optimalfall bis zu 42 Punkte, bei den Pflegeeinrichtungen bis zu 100 Punkte vergeben. Bemerkenswert: Sämtliche Einrichtungen erreichten dabei im Durchschnitt sehr hohe Punktzahlen, die oftmals über den Durchschnittswerten im gesamten MRE-Netz lagen.

Quelle (Auszug): Blick Aktuell 12.03.2016

 

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